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Presseberichte
   

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13.03.2003


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05.03.2002


Dr. Michel Friedman
05.03.2001
 


Dr. Bernhard Vogel
27.03.2000
 
 
 
 











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Jahresveranstaltung

Presseberichte zur Jahresveranstaltung
des AGV Harz e.V. am 27. März 2000
  

Goslarsche Zeitung - 29. März 2000

 "Ein Stück gelebter Einheit"

Dr. Bernhard Vogel über die Bedeutung der Regionen und die Qualität der Köpfe

GOSLAR. Ein Kompliment für den Gastgeber gab es gleich zu Beginn: Als "ein Stück gelebter Einheit" pries Dr. Bernhard Vogel den Allgemeinen Arbeitgeberverband Harz (AGV), dessen Mitglieder zu 40 Prozent aus dem Ostharz stammen. Der Thüringer Ministerpräsident hielt den Festvortrag über Bilanz und Perspektiven zehn Jahre nach dem Fall der Mauer.

Einen kurzweiligen Streifzug durch die jüngere deutsche Historie bot Thüringens Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel seinem Publikum in der aula regis der Kaiserpfalz. Foto: Schenk
  

Vorsitzender Ulrich Weiterer hatte Vogel am Montagabend zur AGV-Jahresveranstaltung in der Kaiserpfalz begrüßt, die knapp zwei Monate vor Expo-Beginn deutliche Spuren handwerklichen Wirkens offenbarte. "Baustellen bin ich aus Thüringen gewöhnt", ging Vogel humorvoll zur Tagesordnung über und sprach wie zuvor schon Oberbürgermeister Dr. Otmar Hesse vor einem dreistöckigen Gerüst zum Publikum in der aula regis.

Was dem Redner recht war, war den Zuhörern nur billig. Sie folgten Vogel bereitwillig auf dessen kurzweiligen Streifzug durch die jüngere Historie der beiden Staaten, aus denen 1990 durch eine "unblutige Revolution m it Kerzen und Gebeten" das wiedervereinigte Deutschland wurde. "Auferstanden aus den Ruinen" - die erste Zeile der Becher-Hymne könne man getrost auf die "jungen Länder", so Vogel, anwenden. Am schwierigsten erwies sich der wirtschaftliche Neuanfang. In kaum einer Universitätsbibliothek fanden sich damals Bücher zum Thema, wie eine zentrale Einheitswirtschaft in eine soziale Marktwirtschaft umzuwandeln sei - die meisten Abhandlungen befassten sich mit dem gegenteiligen Fall.

Auf dem Blick zurück folgten die Lehren für die Zukunft: Nicht von Ossis und Wessis (Vogel: "Es gibt auch keine Nordis und Südis."), sondern von Niedersachsen und Thüringern müsse künftig die Rede sein in einer Zeit, in der durch Globalisierung der Wirtschaft und das europäische Zusammenwachsen die Region als Identitätsstifter mehr und mehr an Bedeutung gewinne.

Auch wenn der Solidaritätszuschlag, zwar nicht im momentanen Umfang, aber doch wohl über 2004 hinaus für die Osten vonnöten sei, müsse die gemeinsame Sorge aller Länder in erster Linie der Erneuerung der "alten Bundesrepublik" gelten. Vogel: "Wir brauchen dringend Reformen." Umbau der Sozialsysteme, Neuordnung der staatlichen Aufgabenverteilung, Steuerwesen und Bildungsbereich lauteten die bekannten Stichworte.

Einen Akzent legte Vogel auf die Schulen. Sein Urteil: "Wir haben zu lange die Gleichheit vor die Förderung der Leistungsfähigkeit gesetzt." In der "Qualität der Köpfe" liege aber gerade der Schlüssel zum Erfolg. Wiewohl aber auch Vogel eine Grundübereinstimmung in den Werten dringend anmahnte: "Gesetze allein werden uns nicht in eine gute Verfassung bringen, wenn uns die Maßstäbe verloren gehen." fh